Die im September 2005 vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union erlassene Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen hat eine Änderung des Saarländischen Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (SAIG) erforderlich werden lassen. Die Berufsanerkennungsrichtlinie ersetzt u. a. die Architektenrichtlinie (85/384/EWG) und die Hochschuldiplomrichtlinie (89/48/EWG), was insbesondere für die Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus den übrigen Mitgliedsstaaten der EU von Bedeutung ist.
Neben diesen der Umsetzung von Europarecht in Landesrecht dienenden Änderungen hat der Saarländische Landtag aber auch weitere Änderungen im SAIG vorgenommen, die nicht unmittelbar mit Europarecht zusammenhängen.
Nachfolgend werden die wesentlichsten – nicht auf Europarecht basierenden – Änderungen aufgeführt:


§ 2 Berufsbezeichnungen
Die Definition des Begriffes "eigenverantwortlich" wurde der allgemeinen Rechtslage angepasst. Damit ist gegenüber der bisher geltenden Regelungen eine Klarstellung erfolgt, wann und unter welchen Voraussetzungen die Berufsbezeichnung mit den Zusätzen "frei" oder "freischaffend" verwendet werden kann in den Fällen, in denen die Berufstätigkeit innerhalb eines Zusammenschlusses mit Angehörigen anderer freier Berufe ausgeübt wird.


§ 3 Voraussetzungen für die Eintragung in die Architektenliste
Die bisher im Gesetz enthaltene Bestimmung, dass Eintragungsvoraussetzung u. a. der erfolgreiche Abschluss eines der jeweiligen Fachrichtung entsprechenden Studiums mit einer mindestens vierjährigen Regelstudienzeit ist, wurde für die Fachrichtungen Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur geändert.
Für die Eintragung in die Liste der Innenarchitekten bzw. Landschaftsarchitekten genügt künftig ein erfolgreich abgeschlossenes Studium mit mindestens dreijähriger Regelstudienzeit.


§ 15 Satzungen
Die bisher ausschließlich in den Berufspflichten in § 43 SAIG enthaltene Verpflichtung, dass Kammermitglieder "... sich beruflich fortzubilden ..." haben, ist durch eine neue Bestimmung zum Erlass einer Fortbildungsordnung konkretisiert worden.
Die Mitgliederversammlung der AKS wird in diesem Jahr eine Fortbildungsordnung beschließen müssen, die mindestens regelt
 zu welchen Themen sich die Mitglieder jeweils fortbilden müssen
 welche Fortbildungsmaßnahmen von der Architektenkammer anerkannt werden
 welchen Umfang die Fortbildungsmaßnahmen haben müssen
 innerhalb welchen Zeitraums die Fortbildungsmaßnahmen besucht werden müssen
 wie der Architektenkammer die Teilnahme an den Fortbildungsmaßnahmen nachzuweisen ist.
Die Änderung des Saarländischen Architekten- und Ingenieurkammergesetzes ist im Amtsblatt des Saarlandes Nr. 11 vom 20.03.2008 veröffentlicht und am 21.03.2008 in Kraft getreten.

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