In letzter Zeit streiten Planer und deren Erben öffentlichkeitswirksam um Urheberrechte, z. B. beim Berliner Hauptbahnhof und beim Umbau der Frankfurter Großmarkthalle zur Europäischen Zentralbank. Dies sind außergewöhliche Großbauten von internationalem Rang, bei denen Urheberrechte durchaus angenommen werden können. Ganz anders verhält es sich bei „normalen" Gebäuden. 

Seitens potenzieller Bauherren herrscht hierbei eine große Verunsicherung. Ein neues Urteil des Frankfurter Landgerichts (Aktenzeichen 2-03 O 295/09) besagt: Weil das Urheberrecht eine massive Beschränkung des Eigentümers ist, greift es nur in besonderen Fällen. Das bedeutet: Damit ein Urherberrecht tatsächlich in Betracht kommt, ist die Umsetzung außergewöhnlicher Ideen Voraussetzung, gute Gestaltung alleine reicht nicht aus. 

Um ein Urheberrecht durchzusetzen, muss die Einzigartigkeit des Werkes nachgewiesen werden. Dies ist bei den meisten Bauwerken schwierig: Sie mögen zwar zeitgemäß gestaltet und schön, funktional und gut durchdacht sein, sie mögen sogar eine regionale Auszeichnung erhalten haben, solange sie jedoch nicht einzigartig sind, genießen sie keinen Schutz. 

Quelle: ARGE Baurecht im Deutschen Anwaltverein (DAV)