Ausstellung (Foto: Stefanie Schröter)

Jungen Menschen zu vermitteln, die gebaute Umwelt bewusst wahrzunehmen, ist eine wichtige Zukunftsinvestition und ein Anliegen aller deutschen Architektenkammern. Denn Schüler/innen sind die Entscheidungsträger, Nutzer und Bauherren von morgen – und sollten in der Lage sein, sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Dank der Kooperation mit dem Kultusministerium, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien und der Wüstenrot Stiftung konnten in diesem Jahr zum zweiten Mal die Themen Architektur und Baukultur lehrplanbegleitend an saarländischen Schulen vermittelt werden. 14 unterschiedliche Projekte wurden im zweiten Schulhalbjahr 2013/2014 an 12 weiterführenden Schulen in verschiedenen Klassenstufen durchgeführt.

Die vielschichtigen und interessanten Ergebnisse wurden im November im Ministerium für Bildung und Kultur präsentiert. Auf ein großes Medien-Echo stieß die Vernissage am 3. November – u. a. wurde im „Aktuellen Bericht” des SR-Fernsehens sowie in der Saarbrücker Zeitung ausführlich über das Projekt berichtet. Kammerpräsident Professor Heiko Lukas betonte: „Es ist wichtig, dass wir uns mit unserem Lebensumfeld auseinandersetzen und frühzeitig lernen, unsere Bedürfnisse zu erkennen und zu formulieren(...) Welche Anforderungen und Wünsche habe ich an mein Umfeld, meine Wohnung, meine Schule? Wie hat sich meine Stadt verändert und wie sollte sie sich in Zukunft weiterentwickeln? Auf diese Fragen können nur „mündige“ und entsprechend vorgebildete Bürger passende Antworten finden(...) Die Architektenkammern möchten nicht eine Vielzahl junger Architekten, Innen- oder Landschaftsarchitekten bzw. Stadtplaner „heranziehen”.  Wir beabsichtigen jedoch, die nachwachsende Generation in die Lage zu versetzen, mitreden zu können, sich einbringen zu können und die Verantwortung übernehmen zu können.“

Dass Lehrer und Architekten im Team arbeiteten und die Projekte gemeinsam betreuten,  habe sich in den Schulen sehr gut bewährt. Auch Bildungsminister Commerçon unterstrich, dass es wichtig sei, bereits jungen Menschen zu ermöglichen, sich mit dem Thema Architektur zu befassen. Denn „Architektur kann viel dazu beitragen, dass wir uns wohlfühlen.” Es sei wichtig, sich näher mit Architektur zu beschäftigen und Architektur und Baukultur aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Architektur verändere Menschen. Sie sei nichts statisches, „Architektur ist ein Prozess”.

Als Vertreterin der Wüstenrot Stiftung war Dr. Kristina Hasenpflug aus Ludwigsburg zur Vernissage angereist. Sie erläuterte, dass es bereits langjährige Bestrebungen der Architektenkammern gebe, die Themen Architektur und Baukultur in den Schulen zu vermitteln. Dies sei auch die Intention der Wüstenrot Stiftung. Die im Jahr 2010 mithilfe zahlreicher Fachleute  entwickelten „Curricularen Bausteine für den Unterricht“ ermöglichten es, die Themen ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand im Schulunterricht zu bearbeiten. „Es ist spannend zu sehen, was entstanden ist“, betonte Hasenpflug.

Die vielschichtigen und interessanten Ergebnisse zeigen, wie gut die Themen Baukultur und Architektur in unterschiedliche Fächer eingebunden werden können. Die Themen reichten von der Schulhof- und Wohnraumgestaltung, der Fassadengestaltung und Wirkung von Farben bis hin zum Bauen in der Zukunft („Zukunftsorte in Völklingen") und dem Thema Wasserkraft und Wassermühlen. Auch dieses Mal werden – dank der Wüstenrot Stiftung – alle Projektergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht. Man war sich einig: Dieses Projekt soll weitergeführt und wenn möglich verstetigt werden.


Cornelia Noll