Datum der Veranstaltung: 
Dienstag, 25. Juni 2019 - 20:00 bis Mittwoch, 26. Juni 2019 - 22:00

Das Kino achteinhalb zeigt in Zusammenarbeit mit der HTW, Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen und der Architektenkammer des Saarlandes in Juni zwei Filme zum Thema Gentrifizierung.

Dienstag, 25. Juni, 20.00 Uhr
Architektur und Film
DIE GENTRIFIZIERUNG BIN ICH. BEICHTE EINES FINSTERLINGS

CH 2018, R u B: Thomas Haemmerli, K: Thomas Haemmerli, Stéphane Kuthy,
M: Peter Bräker, Sch: Daniel Cherbin, 103 Min, FSK: 6, Dokumentarfilm

Thomas Haemmerli ("Sieben Mulden und eine Leiche") hielt sich für einen linken Freigeist. Bis er feststellen mußte: Sein Verhalten sorgt für die Umwandlung ganzer Stadtviertel. In dem ihm eigenen persönlichen, bisweilen sarkastischen und ausgesprochen witzigen Stil verarbeitete er diese Erkenntnis zu einer klugen und unterhaltsamen Betrachtung zu den Themen Wie sollen und wollen wir wohnen? Wie sollen unsere Landschaften und Städte in Zukunft aussehen? Stimmt es, dass die Reichen immer die weniger Zahlungskräftigen verdrängen und dadurch "Ghettos" entstehen?
Und was hat das alles mit São Paulo zu tun? DIE GENTRIFIZIERUNG BIN ICH ist ein kluger, lustiger und umfassender Dokumentar-Essay, der Raumgebrauch, Wohnen, Stadtentwicklung, Dichte, Fremdenfeindlichkeit und Gentrifizierung thematisiert. Dabei verschreibt sich das Projekt einem autobiografischen Zugriff: Der große Bogen sind diverse Wohnsituationen des Autors, begonnen mit der Kindheit im Reichenghetto, über besetzte Häuser, WGs und Yuppie-Wohnungen, bis hin zu Behausungen in Großstädten wie Tiflis, São Paulo und Mexiko-Stadt.
Haemmerli, der vom Hausbesetzer zum Hausbesitzer wurde, stellt die Frage, die viele Menschen seines Alters bewegt: Welche Spuren hinterlasse ich? Wie gründe ich im 21. Jahrhundert eine Familie?
(gmfilms.de)

Einführung von Prof. Dr. Ulrich Pantle, Schule für Architektur Saar, HTW Saar

Mittwoch, 26. Juni, 20.00 Uhr
Architektur und Film
SCALA ADIEU - VON WINDELN VERWEH
T

D 2018, R u B: Douglas Wolfsberger, K: Frank Amann Börres Weiffenbach, Matthias Schellenberg, Kai Lehmann, Douglas Wolfsberger, M: Michael Lauterbach, Sch: Katharina Schmidt, 83 Min, FSK: 0, Dokumentarfilm

Eine Stadt, ein Kino und ein Abschied wider Willen.
In Konstanz am Bodensee eröffnete 2017 die fünfte städtische Filiale der größten Drogeriemarktkette Europas: noch mehr Windeln, noch mehr Zahnpasta für die Anwohner und die Konsumtouristen aus der benachbarten Schweiz. Bis 2016 waren die Räumlichkeiten der Filmkultur vorbehalten, denn hier residierte der „Scala Filmpalast“. Als Douglas Wolfsperger den magischen Ort der eigenen Kinosozialisation besucht, ist der Bürgerprotest gegen die drohende Schließung bereits in vollem Gange. Der Filmemacher wird Zeuge des letzten Aufbäumens eines sterbenden Programmkinos, spricht mit glühenden Filmenthusiasten und nüchternen Stadtverwaltern über Schwund und Expansion, Lustgewinn und Handelszuwächse, undurchsichtige Interessen- und günstige Geschäftslagen. Innenstädte und Kulturbegriffe verwandeln sich – in Konstanz und anderswo. Aber wer bestimmt, in was und für wen?
(www.scala-adieu-film.com)
Mit "Bellaria – So lange wir leben" hat Douglas Wolfsperger schon einmal einen Film über das Aus eines Kinos in Wien gedreht. SCALA endet mit der Eröffnung der Drogeriefiliale und ist ein weiterer melancholischer Abgesang auf ein verlorenes Stück Kinokultur. (Reinhard Lüke,
filmdienst.de) "SCALA ADIEU erzählt davon, wie die Individualität verschwindet, und mit dem Charme der alten Kinos auch Orte zum Träumen.
Ein sehr persönlicher Abschied, mit Wehmut im Herzen aber auch mit geballter Faust." (BR KinoKino)

Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseur Douglas Wolfsberger und Prof.
Dr. Ulrich Pantle, Schule für Architektur Saar, HTW Saar