Foto: Cornelia Noll
Foto: Cornelia Noll

Großzügiges Wohnen im Loft: Das gibt es bald auch in der Martin-Luther-Straße in Saarbrücken. Möglich macht dies der Umbau der ehemaligen Siemens-Niederlassung. In dem 6-geschossigen, denkmalgeschützten Bürogebäude (Architekt: Peter C. von Seidlein) entstehen zurzeit 40 Wohnungen verschiedenster Größen sowie zwei Gewerbeeinheiten.

Nach Jahren des Leerstands, in denen das Gebäude bereits dem Verfall preisgegeben schien, wird nun das gesamte ehemalige Siemens-Areal umfassend umgestaltet. In einem 2. und 3. Bauabschnitt werden weitere 50 Wohneinheiten geschaffen. 25 Mio Euro werden insgesamt investiert.

Der Erfolg gibt den Architekten und Inves-toren recht. Einige Wohnungen werden als Mietobjekte gehalten, die übrigen sind bereits verkauft.

Über 40 Interessierte folgten der Einladung zur Besichtigung, die Architekt Erik Hauser angeboten hatte. Dass der Leiter des Landesdenkmalamtes dabei war, spricht für sich − auch Prof. Dr. Josef Baulig ist überzeugt von dem Konzept. Denn: Durch die neue, nach innen gerückte, anthrazitfarbene „Außenhaut“ bleibt das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes weitgehend erhalten. Lediglich ein Teil der Glasfelder wurde entfernt, d. h. die bestehende Fassade „geöffnet“.

Pluspunkte waren die gute Bausubstanz und die vorherige Nutzung als Großraumbüro, denn diese ermöglichte eine freie Innenaufteilung. Eine Herausforderung stellte das Thema Energieeffizienz dar. Hauser bezeichnete die ehemalige Siemens-Niederlassung als „energetische Katastrophe“ − nach dem Umbau wird der KfW 55-Standard erreicht.

Die großzügigen, offenen Wohnungen mit sichtbaren Stahlbetonrippendecken werden durch breite Flure erschlossen. Geräumige Loggien sind entstanden, deren Dämmung „sehr aufwendig“ war.

Die Umnutzung des ehemaligen Bürogebäudes aus den 1960er Jahren in ein Wohngebäude ist beispielhaft. Der Umbau erfüllt die heutigen Anforderungen des Brandschutzes, Schallschutzes und der EnEV. Und er bietet innerstädtischen Wohnraum für gehobene Ansprüche.

Ein herzlicher Dank der AKS an Erik Hauser und Tassilo Luft, die diesen interessanten Rundgang durchgeführt haben.

Cornelia Noll