Immer mehr öffentliche Aufträge werden elektronisch ausgeschrieben. Seit Oktober 2018 ist die sogenannte E-Vergabe zudem bei Bauaufträgen über 5.548.000,00 Euro und bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen über 221.000,00 Euro als alleiniges Verfahren zwingend vorgeschrieben.

Die Kommunikation zwischen den Beteiligten, also der Vergabestelle und den Bietern, erfolgt über Online-Vergabeplattformen. Darüber wird zunächst die Bekanntmachung einer Ausschreibung elektronisch übermittelt. Potenzielle Bieter können über die Plattform die Auftragsunterlagen abrufen sowie ihre Angebote elektronisch einreichen. Dort erhalten sie nach Abschluss des Verfahrens dann auch die Zu- oder Absage für das eingereichte Gebot.

Im Frühjahr 2018 wurde mit der Vergabeplattform „vergabe.saarland“ eine speziell für das Saarland zugeschnittene Plattform online gestellt, welches allen saarländischen Städten, Gemeinden, Landkreisen sowie der Landesverwaltung und sonstigen öffentlichen Auftraggebern für die Veröffentlichung ihrer Ausschreibungen zur Verfügung steht.

Fachvortrag zur elektronischen Vergabe

Um den Bietern im Vergabeverfahren, seien es Handwerksbetriebe, Architekten oder Ingenieure, den Einstieg in die elektronische Vergabe von öffentlichen Aufträgen zu erleichtern, luden die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) und die Ingenieurkammer Saarland am 11. Dezember zu einem Fachvortrag zur elektronischen Ausschreibungsabwicklung in den Großen Saal der HWK ein.

Jens Neumann, Mitarbeiter des für die technische Umsetzung der Vergabeplattform zuständigen Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH Co KG, erläuterte den über 160 Teilnehmern anhand eines Beispiels den Ablauf auf der Plattform von der Registrierung über den Bezug und der Bearbeitung der Vergabeunterlagen bis hin zur digitalen Signatur.

Es gibt 3 Arten der digitalen Signatur: die einfache, die fortgeschrittene und die qualifizierte. 

Insbesondere bei der digitalen Signatur gab es viel zu erklären. Jens Neumann erläuterte hier die drei Arten einer digitalen Signatur. Angefangen bei einer einfachen Signatur, die sich im Grunde auf die Anschrift des Bieters beschränkt, über eine fortgeschrittene Signatur mittels Signaturschlüssel bis hin zur – selten geforderten – qualifizierten Signatur, die auf einer Signaturkarte gespeichert und über ein Kartenlesegerät eingelesen wird.

Die vielen Nachfragen der Zuhörer an diesem Abend zeugten davon, wie groß das Interesse an der elektronischen Vergabe ist, aber auch der Respekt vor dem Neuen und der Angst, etwas falsch zu machen. Die HWK nimmt sich daher dem Thema weiterhin an und überprüft die Möglichkeiten weiterer Schulungen im Umgang mit der Plattform „vergabe.saarland“.

Das Skript von Jens Neumann ist bei der HWK-Beratungsstelle für Denkmalpflege, Gestaltung, Bauen & Immobilien der Handwerkskammer des Saarlandes erhältlich und steht auf der Webseite der HWK zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: www.hwk-saarland.de/de/betriebsfuehrung/technik-innovation/bauen-immobilien

Text: Gordon Haan, Handwerkskammer des Saarlandes