1. Preis:  arus GmbH/Willi Latz/Architektur und  Stadtplanung, Püttlingen
1. Preis: arus GmbH/Willi Latz/Architektur und Stadtplanung, Püttlingen

Einstufiger und begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmeverfahren

Die Landeshauptstadt Saarbrücken lobte einen Realisierungswettbewerb für einen Erweiterungsbau der St. Johanner Grundschule Ost aus. Die Baumaßnahme ist nötig, weil die Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Ostschule steigt und viele Eltern Ganztagesplätze für ihre Kinder nachfragen. 

Den ersten Preis des Wettbewerbs hat das Büro arus GmbH/Willi Latz/Architektur und Stadtplanung aus Püttlingen gewonnen. Zwei dritte Preise gingen jeweils an BSS Architekten GbR (Bär Stadelmann Stöcker) aus Nürnberg und an das Unternehmen ww+ GmbH mit Sitz in Trier und Luxemburg. Das Preisgericht tagte unter Vorsitz von Professorin Stefanie Eberding (HTW Saar).

Für die Landeshauptstadt waren die historisch wertvolle Bausubstanz und die städtebaulich besondere Lage der Grundschule Ost ausschlaggebend, einen Wettbewerb auszuloben. Der ehemalige Saarbrücker Stadtbaudirektor Peter Paul Seeberger hat die Schule in den 50er Jahren geplant. Das Gebäude gilt als erhaltenswerte Bausubstanz. Es ist zwar nicht offiziell in die Denkmalliste des Saarlandes aufgenommen, wird aber behandelt, als stünde es unter Denkmalschutz. Von 2010 bis 2016 wurde die Ostschule umfassend saniert. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs sollten vor allem darauf achten, mit dem Erweiterungsbau einen vierzügigen Ausbau sowie eine Ausweitung der Freiwilligen Ganztagsgrundschule zu ermöglichen. Zu den Vorgaben gehörte es außerdem, das bestehende Gebäude und den Neubau zusammenhängend barrierefrei zu erschließen, den Schulhof möglichst nicht zu verkleinern und den Baumbestand weitgehend zu erhalten. Das Bestandsgebäude soll im Rahmen der Arbeiten zur Erweiterung, wenn überhaupt, nur in geringem Umfang verändert werden. Der Bolzplatz und die Sporthalle waren nicht Teil des Wettbewerbs, sie bleiben unangetastet. Als Baubudget ohne Baunebenkosten stehen rund 5 Mio. € zur Verfügung.
Baudezernent Professor Heiko Lukas über den Siegerentwurf: „Der Preisträger hat eine hervorragende Konzeption vorgelegt. Einerseits passt der geplante Neubau zum bestehenden Gebäude mit seiner Architektur der 50er Jahre. Andererseits überzeugt er durch eine eigene klare, gut gegliederte, moderne Fassade. Den vorliegenden Planungen zufolge wäre es möglich, bei laufendem Schulbetrieb wirtschaftlich zu bauen. Der Schulhof würde in seiner aktuellen Größe erhalten bleiben. Auch der Baumbestand müsste kaum verändert werden.“  
 
Die Preisträger werden in Kürze dazu aufgefordert, ihre Angebote abzugeben. Der Zuschlag wird voraussichtlich Mitte März erteilt. 

Zur Vorbereitung des Wettbewerbs wurde vom Büro baubar aus Saarbrücken eine Machbarkeitsstudie erstellt, um zu prüfen, ob ein Erweiterungsbau auf dem Gelände der Ostschule überhaupt möglich ist. Außerdem hat ein neu gegründeter Planungsbeirat den Abstimmungsprozess über das Konzept und die Planung mit dem Amt für Kinder und Bildung, dem Gebäudemanagement (GMS), der Schulleitung, dem Kollegium und den Eltern durchgeführt. Einbezogen waren auch das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe, das Amt für Klima- und Umweltschutz sowie die Architektenkammer des Saarlandes. Die Machbarkeitsstudie und die Stellungnahmen der Beteiligten waren Grundlage für den Wettbewerb.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten: 
16.01.−10.02.2018 in der Stadtbibliothek, Gustav-Regler-Platz 1, 66111 Saarbrücken  


Text: LHS/ AKS

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