Stein Hemmes Wirtz, Freie Architekten
Stein Hemmes Wirtz, Freie Architekten

Die Hager Electro GmbH & Co. KG strebt die Erschließung eines neuen Wohngebietes auf ihrem ehemaligen Betriebsgelände in Saarbrücken-Ensheim (ca. 25.000 m2) an. Die LHS Saarbrücken unterstützt dieses Vorhaben und hat die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet beschlossen. Ein zusätzliches Angebot für attraktiven, stadtnahen Wohnraum soll damit geschaffen werden.

Projektsteuerung und Vermarktung der Grundstücke werden über die GIU Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung erfolgen. Die spätere Bebauung wird von individuellen Einzelbauherren durchgeführt.

Gegenstand der Mehrfachbeauftragung war die Erarbeitung eines städtebaulichen Entwurfs für das Wohngebiet „Im Hofgarten” unter Berücksichtigung der angrenzenden Nutzungen und der Verbindung zum Stadtteilzentrum. Die Charakteristik des Standortes wird maßgeblich durch die topografischen Verhältnisse bestimmt. In West-Ost-Richtung besteht ein Höhenunterschied von ca. 9 m. Die bestehende Terrassierung des Geländes sollte im städtebaulichen Entwurf auch aus wirtschaftlichen Gründen grundsätzlich beibehalten werden. Schwerpunkte des Entwurfs waren die Erarbeitung

  • eines Erschließungssystems einschl. der Fußwegeverbindungen
  • einer Grundstücksparzellierung
  • einer wirtschaftlichen topografischen Geländeabwicklung
  • zeitgemäßer und gebietsangepasster Gebäudetypen (freistehende Einfamilien- und Doppelhäuser)
  • eines Gestaltungsansatzes für die Grün- und Freiflächen

Die Entwürfe sollten eine Grundlage für die Erstellung des Bebauungsplans liefern.  Es wurde eine Mehrfachbeauftragung als nicht anonymes Planungsverfahren mit festem Bearbeitungshonorar durchgeführt.

Folgende Teilnehmer wurden ausgwählt:

  • AV1 Architekten GmbH, Kaiserslautern
  • Lukas und Lukas Architektur GbR, Saarbrücken
  • Stein Hemmes Wirtz, Freie Architekten, Saarbrücken

Das Wertungsgremium − mit Vertretern von Hager Electro, der GIU, des Gestaltungsbeirates der LHS Saarbrücken und des Baudezernates − unter Vorsitz von Christian Bauer stellte fest, dass alle Büros die wesentlichen inhaltlichen Anforderungen erfüllt haben. Im Zuge der weiteren Beurteilung sprachen sie sich dafür aus, nur eine Arbeit zur Weiterentwicklung auszuwählen. Dabei fiel die Entscheidung auf den Entwurf der Architekten Stein Hemmes Wirtz. Hervorgehoben wurde dabei insbesondere dessen Klarheit, Einfachheit und Flexibilität. Die geschickte Linienführung der Straße und Gebäudestellung biete schöne Perspektiven, ähnlich denen im historischen Ortszentrum, urteilte das Gremium.

Die „Gesamtwertung“ der Arbeit lautet wie folgt:
Der Entwurf stellt eine angemessene Weiterentwicklung des Stadtteils im Bereich des ehemaligen Gewerbestandortes dar. Mit diesem Konzept  können die Bestandsnachbarn  - insbesondere die Gesellschafter der Firma Hager – gut leben. Der weitere Überarbeitungsbedarf im Hinblick auf die Baurechtsschaffung und die Vermarktbarkeit ist überschaubar. Insbesondere sollte für das starke Gefälle im südöstlichen Abschnitt der neuen Straße eine “entschärfte” Lösung gefunden werden.


Cornelia Noll