Die Architektenkammer des Saarlandes - AKS - begrüßt, dass sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag für gezielte Investitionen im Bereich des Bauens aussprechen mit dem Ziel, die Lebensqualität und Lebenschancen der Menschen im Saarland zu verbessern und das Land auch für junge Menschen attraktiv und lebenswert zu gestalten.

Es ist nach Meinung der AKS richtig und für die Existenz eines auch weiterhin selbständigen Saarlandes wichtig, mit fachlicher Hilfe Ansätze für eine Belebung der innerörtlichen Lagen zu finden und einer Verödung der Innenstädte vorzubeugen. 

Die saarländischen Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Innenarchitekten sind Garanten für eine identitätsstiftende Planung und Realisierung der vielfältigen Planungs- und Bauaufgaben, die den besonderen saarländischen Gegebenheiten wie z.B. der demografischen Entwicklung entsprechen.
Eine nachhaltige Strategie ist erforderlich, um eine zukunftsfähige Orts- und Stadtentwicklung sowie qualitätvolles Bauen zu ermöglichen und die Attraktivität des Saarlandes in den Bereichen des Wohnens und des Arbeitens zu sichern und zu steigern. 

Positiv ist in diesem Zusammenhang, dass die neue Landesregierung einem Vorschlag der AKS folgt und künftig den Bauherren ein Wahlrecht im Genehmigungsverfahren einräumen will.
Mit Sorge wird die öffentliche Berichterstattung bezüglich des Zuschnittes der künftigen Ministerien zur Kenntnis genommen. Es steht zu befürchten, dass die baukulturellen Aufgaben und Zuständigkeiten auf verschiedene Ministerien verteilt werden. 

Die Architektenkammer des Saarlandes regt an, den kompletten Planungs- und Baubereich in einem Ministerium zu bündeln. Durch die Schaffung einer hoch qualifizierten und in einem Ressort zusammengefassten “Planungs- und Bauverwaltung” können Synergien genutzt und Reibungsverluste vermieden werden.
Gerade vor dem Hintergrund der im Koalititonsvertrag postulierten Absicht , den öffentlichen Dienst im Saarland schlanker und zugleich effizienter zu gestalten, müssen Kräfte gebündelt werden. Die mit der Neuordnung der Zuständigkeiten sich ergebende Chance, das Saarland zu einem Land der kurzen Wege zu machen, sollte gerade auch im wichtigen baukulturellen Bereich entschlossen genutzt werden. 


Saarbrücken, 07. Mai 2012