Foto: Sarah Keidel
Foto: Sarah Keidel

Ungewöhnliche Blicke auf Alt-Saarbrücken zeigte die Fotoausstellung „urban inventory“ von Robby Lorenz. Abgebildet waren − von den meisten Passanten − nicht unmittelbar wahrnehmbare Motive, nämlich die Rückseiten der Gebäude mit Hinterhöfen und Gärten. Lorenz wagte eine Bestandsaufnahme, die deutlich macht, wie der städtische Raum hinter den Häusern von deren Einwohnern genutzt und geprägt wird, welche Spuren sie hinterlassen.

Kammerpräsident Alexander Schwehm stellte Lorenz vor, der seit 2004 als Art Director bei der Saarbrücker Zeitung beschäftigt ist. „Die Abbildungen sind zurückhaltend und wollen nicht werten. Sie regen jedoch zum Nachdenken an,“ unterstrich er.

Interessant war die Ausstellung auch deshalb, weil die städtebauliche Weiterentwicklung Alt-Saarbrückens zurzeit im Fokus der LHS Saarbrücken ist. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz kün-digte in diesem Zusammenhang den „Workshop Alt-Saarbrücken“ an (03./04.11.), zu dem auch „alle Akteure aus dem Stadtteil“ eingeladen sind. „Diese Ausstellung kann gute Anregungen geben. Sie zeigt das Leben der Menschen hier, so wohnen sie hier, so leben sie hier.“ Die rege Diskussion über Stadtentwicklung beurteilte Britz als sehr gut.

Ilka Desgranges, Ressortleiterin bei der Saarbrücker Zeitung, kennt Lorenz gut und weiß: „Bewusst sind keine Menschen auf den Fotos. Sonst schauen Menschen auf Menschen.“ Und welche Absicht verfolgte Robby Lorenz bei der Erarbeitung der Serie? Neben dem Thema Stadtentwicklung  möchte er „klar machen, dass das Alltägliche, das Allgegenwärtige auch des Abbildens würdig ist“ und hofft, „dass der Betrachter dies erkennt.“  

Cornelia Noll