Urteil des OLG Düsseldorf vom 26.10.06 - Az. I-5 U 100/002, rechtskräftig durch Beschluss des Bundesgerichtshofes vom 08.07.09 - VII ZR 218/06 -, BauR 09, S. 1764 

In einem Architektenvertrag ist die Klausel: "Dauert die Bauausführung länger als 30 Monate, so sind die Parteien verpflichtet, über eine angemessene Erhöhung des Honorars für die Bauüberwachung zu verhandeln. Die nachgewiesenen Mehrkosten sind dem Architekten in jedem Fall zu erstatten, es sei denn, dass der Architekt die Bauzeitüberschreitung zu vertreten hat" wirksam. 

Die Klausel bedeutet, dass die Mehraufwendungen für die Bauüberwachung, die im Vergleich zu einem störungsfreien Ablauf des Vorhabens innerhalb der vorgesehenen Bauzeit entstanden sind, erfasst werden. 

Weiterhin: Dass dem Architekten durch den zusätzlichen Bauüberwachungsaufwand kein Schaden entstehen soll; Mehraufwendungen ohne Gewinnanteil. Es sind die Arbeitsstunden, die der Architekt selbst kalkuliert hat, dem tatsächlichen Stundenaufwand gegenüberzustellen. Ein Bürokostenzuschlag ist hinzuzurechnen. Ebenso der geltende Umsatzsteuersatz. 

Rechtsanwalt Herbert Beigel