BKI-Kommentar mit Praxistipps von Experten der Architektenkammern
BKI-Kommentar mit Praxistipps von Experten der Architektenkammern

Am 01.01.2018 tritt das neue Bauvertragsrecht in Kraft und hat Gültigkeit für alle Verträge, die ab diesem Datum geschlossen werden. 

Was bringt die Novelle mit sich?  Jahrelange berufspolitische Arbeit trägt erste Früchte. Mit dem Gesetz zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung versucht der Gesetzgeber Regelungen zu schaffen, die der Vielschichtigkeit der Berufsaufgaben der Architekten gerecht werden. Titel 9 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) enthält Regelungen zum Werkvertrag und ähnlichen Verträgen und untergliedert sich wiederum in 4 Untertitel, wobei Untertitel 2, §§ 650p-650t BGB, spezielle Regelungen für Architekten- und Ingenieurverträge enthält. Der Berufsstand der Architekten hat es ins BGB geschafft. 

„Da die Anwendung des Werkvertragsrechts für Architekten und Ingenieure andererseits in einigen Punkten erhebliche, teilweise unverhältnismäßige belastende Konsequenzen hat, sollen die Regelungen des Werkvertragsrechts nicht uneingeschränkt auf Architekten- und Ingenieurverträge Anwendung finden, sondern den Besonderheiten dieses Vertragstyps durch spezielle Regelungen Rechnung getragen werden“, so die Gesetzesbegründung (BT-Drs, 18/8486 S.66). 

Weitergehende Informationen zum neuen Bauvertragsrecht finden Sie u. a. im Bundesteil des DAB. Hier wurden im letzten Jahr Einzelheiten der neugeschaffenen Regelungen vorgestellt. Druckfrisch ist der „BKI-Kommentar zum neuen Architektenvertragsrecht“ (ISBN: 978-3-945649-52-7). Die AKS bietet Fortbildungen zu diesem Thema an (www.aksaarland.de/mitglieder/weiterbildungen), und bei der Geschäftsstelle bekommen Sie die Orientierungshilfe „Architektenvertrag“ nach der neuen Rechtslage. 

Wie geht es nun weiter? Diejenigen von Ihnen, die sich bereits eingehender mit der Novelle befasst haben, haben vielleicht festgestellt, dass man sich an der ein oder anderen Stelle doch ein Mehr an Entlastung und Klarheit gewünscht hätte. Dennoch enthält das neue Bauvertragsrecht zahlreiche Schritte in die richtige Richtung. Die Reform öffnet den Weg, bei der Fortentwicklung des Rechtes als Interessengruppe mitzuwirken. In diesem Sinne gilt: Nach der Novelle ist vor der Novelle.p


Text: Anne-Christin Backes