Urteil des Bundesgerichtshofes vom 28.07.2011 — Az. VII ZR 65/10 — BauR 11, S. 1677 

Mit dem oben genannten Urteil hat der Bundesgerichtshof ausdrücklich entschieden, dass das Führen eines Bautagebuches zu den Grundleistungen von Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) gehört (früher § 15 Abs. 2 HOAI, jetzt Anl. 11 zu § 33 HOAI). 

Wird ein Bautagebuch nicht geführt, ist das Architektenwerk mangelhaft. Das Architektenhonorar kann unter den Voraussetzungen des § 634 BGB gemindert werden. Eine Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung ist nicht erforderlich, da das Bautagebuch nach Auffassung des Bundesgerichtshofes nachträglich nicht mehr zuverlässig erstellt werden kann. Allgemein wird das Führen eines Bautagebuches mit 0,5 - 0,75 % des Honorars der Leistungsphase 8 angenommen — vgl. Locher-Koeble-Frik, Kommentar zur HOAI, 10. Aufl., Anh. 4/1, S. 1163.    

Rechtsanwalt Herbert Beigel

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