Aus gegebenem Anlass sei auf folgendes hingewiesen: Die jeweilige Honorarzone für die Berechnung des Architektenhonorars ist objektiv zu ermitteln. Maßgebend ist das realisierte Bauwerk. Selbst wenn z. B. das Honorar im Architektenvertrag unter Zugrundelegung der Honorarzone III vereinbart worden ist, kann der Mindestsatz nach Honorarzone IV geltend gemacht werden, wenn sich anhand objektiver Merkmale ergibt, dass das Bauwerk in Honorarzone IV einzuordnen ist. So schon Urteil des Bundesgerichtshofes vom 13.11.2003 - Az. VII ZR 362/02 = BauR 04, S. 354 -. 

Vielleicht doch ein Hinweis: Da die HOAI über die Bewertungspunkte in § 34 HOAI n. F., § 11 a. F. Spielräume für die Berechnung der Summe der Bewertungspunkte und demzufolge Einordnung in die jeweilige Honorarzone öffnet, gilt eine vertraglich vereinbarte Einordnung in eine bestimmte Honorarzone, wenn dies mit Blick auf die vorstehend genannten Spielräume vertretbar ist. In diesen Fällen sind die Aussichten, das Honorar nach einer anderen als der vertraglich vereinbarten Honorarzone berechnen zu dürfen, nicht günstig - vgl. Locher-Koeble-Frik, Kommentar zur HOAI, § 5, Rd.nr. 11 -. 

Rechtsanwalt Herbert Beigel

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