Foto. AKS

Die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) schließt sich dem Appell der Saarbrücker SPD-Fraktion an, „den Stillstand in Alt-Saarbrücken“ zu überwinden und sieht sich in ihrer Forderung gestärkt, nunmehr zügig den erforderlichen städtebaulichen Ideenwettbewerb für die zukünftige Nutzung des Pingusson-Areals auszuloben.

„Mit der Vorbereitung des städtebaulichen Ideenwettbewerbes für Alt-Saarbrücken  könnte umgehend begonnen werden, sodass die Ergebnisse bereits in drei bis vier Monaten vorlägen“, erklärt AKS-Präsident Prof. Heiko Lukas. „Mit der Auswertung der Wettbewerbsergebnisse ist der erste wichtige Schritt zur Erlangung einer Investitionssicherheit getan, weil sie einen optimierten Bebauungsvorschlag ermöglicht.“

Erst danach mache die Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplans Sinn, denn ein Rahmenplan diene dazu, Ergebnisse städtebaulicher Überlegungen festzuhalten und damit die Grundlage für die folgenden einzelnen Bebauungspläne zu schaffen. „Zu diesen Ergebnissen muss man aber erst einmal gelangen – und zwar im Dialog mit allen Beteiligten und somit auch den Bürgerinnen und Bürgern“, betont Lukas.

Nach Auffassung der Verantwortlichen in der Landeshauptstadt Saarbrücken ist es zur Auslobung dieses Ideenwettbewerbs notwendig, konkret zu wissen, an welche Nutzungsmöglichkeiten das Land als Eigentümer des Pingusson-Areals denke. „Da das Land zugesagt hat, darüber am 5. Oktober bei dem Gespräch mit der Stadt und den an einer Nutzung des Areals interessierten Institutionen Handwerkskammer des Saarlandes (HWK)  und Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Auskunft zu geben, werden diese Informationen ab diesem Zeitpunkt auf dem Tisch liegen“, so Lukas. „Demnach steht der sofortigen Vorbereitung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs nichts mehr im Wege.“

Da die HWK mit Blick auf ihr Neubauvorhaben zur Eile mahnt, könne der Wettbewerb bereits Ende Oktober starten, um dann die Ergebnisse im Januar oder Februar 2016 zur Diskussion stellen zu können. Zugleich weist die AKS darauf hin, dass die HWK sich bereits seit 2012 mit den Neubauplanungen beschäftigt. Die Stadtverwaltung hätte somit genügend Zeit gehabt, die städtebauliche Einbindung im Vorfeld zu untersuchen.

„Es kann nicht sein, dass durch die sogenannte Politik der ‚Macht des Faktischen’ nun im Hauruck-Verfahren einer einzelnen Baumaßnahme der Weg geebnet wird, ohne das städtebauliche Umfeld des ehemaligen Kultusministeriums im Ganzen in Bezug zum Quartier zu betrachten“, so Heiko Lukas. 

Nur ein städtebaulicher Ideenwettbewerb stellt sicher, dass verschiedene Lösungsvorschläge miteinander verglichen werden können, die Bürger in den Planungs- und Beteiligungsprozess einbezogen sind und die insgesamt bestmögliche Entwicklung des Stadtteils Alt-Saarbrücken sichergestellt ist. „Quartiersentwicklung muss nachhaltig sein, und sie gelingt nur im Dialog mit den Menschen, die dort leben“, sagt AKS-Präsident Lukas. 

Daher sind zu dem „Runden Tisch Pingusson-Areal“, den die AKS am 9. Oktober veranstaltet, neben den Verantwortlichen von Stadt, Land, HTW, HWK und Hochschule für Bildende Künste Saar (HBK) auch Interessensvertreter der Bürger und Anwohner – der Alt-Saarbrücker Stadtteilmanager, die Bezirksbürgermeisterin und die Mitglieder des Städtebaubeirates – eingeladen.


Pressefotos (honorarfrei, Fotos: AKS):
Impressionen vom Umfeld des denkmalgeschützten Pingusson-Gebäudes im jetzigen Zustand.


Kontakt:
Prof. Heiko Lukas
Präsident der Architektenkammer des Saarlandes
M. 01 77 – 299 60 59
lukas@aksaarland.de


Saarbrücken, 29.09.2015

 

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