1. Preis: PASD Feldmaier Wrede Architekten
1. Preis: PASD Feldmaier Wrede Architekten

Wettbewerbsaufgabe war die Fassadensanierung und die damit einhergehende energetische Ertüchtigung der Blöcke A−D des Campus Rotenbühl der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) in Saarbrücken.

Bestand: Für die zwischen 1965 und 1968 entstandenen Baukörper zeichnet der saarländische Architekt Konny Schmitz verantwortlich, der erfolgreich aus dem Wettbewerb für den „Neubau einer pädagogischen Hochschule“ hervorgegangen war. Die vier in Stahlbetonskelettbauweise errichteten, locker gestaffelten Blöcke sollten den Grünrahmen des Meerwiesertals weitgehend erhalten. Lediglich die Treppen und großen Hörsäle im Inneren sind feste Einbauten, alle übrigen Wände flexibel, um auf Umstrukturierungen reagieren zu können. Inzwischen beherbergt der Komplex verschiedene Fakultäten der HTW. In den Jahren 1999/2000 erfolgte eine Erweiterung um den Block E.

Dringender Handlungsbedarf besteht nun bei der Vorhangfassade aus Waschbetonplatten: Sowohl die Bewehrungen als auch die Halterungen der Platten sind stark korrosionsgeschädigt. Die Standsicherheit der Betonvorsatzschale ist somit gefährdet und ein Rückbau der Elemente notwendig. In diesem Zuge soll die gesamte Fassade, also auch die Fenster und der Sonnenschutz, energetisch überarbeitet bzw. erneuert werden.

Der Realisierungswettbewerb wurde einstufig im anonymisierten Verfahren − als 2.  Stufe eines VOF-Verfahrens − ausgeschrieben. Wichtige Kriterien waren die Einhaltung der EnEV 2016 und die gewünschte freie Fens-
terlüftung. Auch die heutigen Brandschutzbestimmungen − insbesondere hinsichtlich des Brandüberschlags in der Gebäude-Innenhofecke − sollten Berücksichtigung finden. Erhalten werden sollte die gelungene, von Bandfassaden geprägte Ensemblewirkung, umgestaltet und betont die bis dato schwer ablesbare Haupteingangssitua-
tion. Sanierung und Umbau sollen im laufenden Betrieb durchgeführt werden. 

Fünf von sechs eingeladenen Teilnehmern haben Wettbewerbsarbeiten eingereicht. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Alexander Fthenakis zeichnete die nachfolgend aufgeführten Arbeiten aus:
1. Preis:
PASD Feldmeier Wrede Architekten, Hagen
2. Preis:
Arbeitsgemeinschaft Hepp + Zenner Architekten, Saarbrücken/ M. Schaus - B. Decker Architekten, Sulzbach
3. Preis:
Arbeitsgemeinschaft Krüger + Kleineher, Stefan Krüger, Karin Dalbert-Krüger, Daniel Kleineher, Saarbrücken

Die Jury hat dem Auslober die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit zur Ausführung empfohlen. In ihrer Beurteilung hob sie folgende Entwurfsqualitäten hervor (Auszug):
Der minimalistischste Entwurf besticht durch seine Einfachheit, welche  die strukturellen Qualitäten des Bestandes in den Vordergrund stellt. (...) Ensemblewirkung sehr gut. Eingriffe sind gezielt dosiert und werden nur im Hörsaal und am Eingang vorgenommen. (...) Der Entwurf funktioniert ohne „Show“ und großen Aufwand. (...) Materialwahl der natureloxierten Alukassetten für die geschlossenen Wandflächen wird als Referenz zur Materialität der jetzigen Fenster gewürdigt. 

Cornelia Noll

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