1. Preis: PG Prof. Focht + Partner
1. Preis: PG Prof. Focht + Partner

Begrenzt offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnehmerverfahren

Ziel des Wettbewerbes waren realisierungsfähige Entwürfe für ein Laborgebäude, das die Ansprüche an die vorgesehene Nutzung erfüllt und die Rahmenbedingungen des Standortes berücksichtigt. Das circa 1.150 m² große, fast ebene Grundstück befindet sich im Nordosten des Geländes der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und ist rundum von Verkehrsflächen umgeben. Die Bauten des Umfeldes stammen aus der Zeit nach 1950 bis heute. Es exisiert ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Die Straßenplanungen sollten beibehalten werden.

Hinsichtlich der Anordnung der Nutzungen sowie des Energieverbrauchs und der Ressourcenschonung sollte das Gebäude den neuesten Erkenntnissen entsprechen – verbunden mit einer attraktiven architektonischen Gestaltung. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachplanern wurde empfohlen.

Der Neubau sollte ein eigenständiges Erscheinungsbild bei einer positiven Einfügung in die gebaute Umgebung aufweisen. Gebäude und Außenanlage waren barrierefrei zu planen. Ein nachvollziebares ökologisches Konzept wurde erwartet: ressourcenschonend, mit gesunden Arbeitsverhältnissen, möglichst geringer Flächenversiegelung, günstigem Verhältnis des Gebäudevolumens zur Hüllfläche, umweltverträglichen Baumaterialien und einem effizienten Energiekonzept.

Das Raumpogramm umfasste eine Hauptnutzfläche von ca. 1.560 m². Die vier Bereiche waren als jeweils ablesbare Einheiten in den Geschossen vorzusehen. 394 Arbeitsplätze sollen in dem Gebäude Platz finden. 
Der Auslober legte großen Wert auf eine wirtschaftliche Gebäudekonzeption sowohl hinsichtlich der Herstellungs- als auch der Nutzungskosten des Gebäudes. Die Bauwerkskosten (KG 300 – 400) wurden mit 12 Mio. Euro brutto vorgegeben.

42 Arbeiten wurden eingereicht. Die Jury unter dem Vorsitz von  Jürgen Engel (KSP Architekten, Frankfurt/Main) hat die nachfolgend aufgeführten Preise und Ankäufe vergeben: 

1. Preis: PG Prof. Focht + Partner, Saarbrücken
2. Preis: ARGE Simon / J. Kühn, Stuttgart
3. Preis: dreibund architekten, Bochum
4. Preis: Bez + Kock, Stuttgart
5. Preis: ASPlan, Kaiserslautern

Ankauf: bhk architekten, Saarlouis
Ankauf: Köppen Rumetsch, Nürnberg
Ankauf: ZDR Architekten, Dresden
Ankauf: Schaus und Decker, Sulzbach

Die Jury hat dem Auslober einstimmig den 1. Preis zur weiteren Bearbeitung empfohlen.

Auszug aus der Beurteilung des ersten Preises: 
Interessante Gestaltung des Städtebaus. Zugang des Hörsaals von der Nordostseite aus in Verbindung mit einem Eingang West mit dem Versuch, nicht diese Seite untergeordnet zu betrachten. Dem Haupteingang, der leicht eingestellt ist, ist ein Platz vorgelagert. Ein dritter Zugang ist an der Südseite angelegt.
Das Gebäude orientiert sich an den Kanten des Bestandgebäudes an der Westseite. Die Treppenhäuser sind praktisch an den Stirnseiten angeordnet, sie laden jedoch nicht zur Kommunikation ein. Der Zugang auf der Südseite ist eher untergeordnet. (...) 
Klare Aufteilung der Laborbereiche auf drei Ebenen (...).
Klare Tragstruktur des Gebäudes steht in Einklang mit der Funktionalität und der Technik des Gebäudes. (...)
Eine klare Wegeführung der Technik ist gegeben. Die Anordnung der Technikschächte zwischen Flur und Laborräumen erlaubt eine große Flexibilität der Gestaltung der Laborbereiche. Alle Schächte sind vom Flur aus zugänglich zwecks Wartung.
Die Technik für die Prozessluft der Labore ist klar, leicht zurückliegend auf dem Dach angeordnet.
Die Technik für Haustechnik (Anschlussräume) ist im Untergeschoss angeordnet. Die Quellluft des Hörsaals ist eine gute Lösung.
Die kohärenten gestalterischen Qualitäten des Projektes sind hervorzustreichen.
Gediegene Fassade, die durch die Materialität und den Kontrast Schwarz/Weiß lebt. Die leicht schräge Anordnung der Fensterleibungen gibt ein interessantes Erscheinungsbild der Fassade. (...)    

Cornelia Noll