Foto: Noll / AKS

Das diesjährige Baufrühstück am 15.04.2016 war für den Präsidenten der AKS, Professor Heiko Lukas, gleichzeitig der erste Arbeitstag als Saarbrücker Baudezernent. In seinem Grußwort ging er der Frage nach: „Was heißt wohnen für alle?“ Für ihn bedeute dies, qualitativer und bezahlbarer Wohnraum.

Christian Roth (zanderroth Architekten, Berlin) konnte diese These in seinem anschließenden Werkvortrag untermauern. Das Architekturbüro steht für Wohnungsbau und Bauen in Baugruppen. Eine zweite Gesellschaft, SmartHoming, kümmert sich um die Projektentwicklung. 

Kultur, Demografie und Ökonomie – anhand dieser drei Parameter gliederte sich der Vortrag. Unter dem Begriff „Kultur“ plädierte Roth für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs. Er zeigte, dass sich mit einer intelligenten Planung  auch ein nordausgerichtetes Grundstück mit dreiseitig umschlossener Nachbarbebauung für Wohnungsbau eignet. Es entstand ein qualitativ hochwertiges Wohnungsbauensemble – vom Reihenhaus bis zum Penthaus mit einem gemeinsamen Innenhof. Bei allen Baugruppen-Projekten bestimmen die Architekten „die Struktur und die Fassade des Gebäudes, damit ein einheitliches Ganzes entsteht.“ Innen dürfe jeder machen, was er wolle.

Auf den demografischen Wandel reagieren die Entwürfe der Berliner mit flexiblen Strukturen, sodass sich ein Gebäude in dessen „Lebensverlauf“ immer wieder an geänderte Anforderungen anpassen kann.
Die Ökonomie und damit bezahlbarer Wohnungsbau sei ein großes Thema. Denn zanderroth haben in einer Analyse ihrer Projekte festgestellt, dass die Herstellungskosten und Grundstückspreise stetig steigen. Der Wohnraum verteuert sich und die Architektur müsse darauf reagieren.

Zum Schluss kommt Roth noch mal auf die Kultur zurück. Konkreter auf die Baukultur: „Unsere Häuser sollen oder dürfen anders aussehen als die historische Umgebung. Aber sie nehmen immer ein Thema der Nachbarschaft auf, um sich einzufügen.“

Weitere Informationen: www.zanderroth.de


Kim Ahrend