Foto: Iris Maurer

Zum ‚Schichtwechsel‘ und zur feierlichen Verabschiedung von Rainer Christ kamen circa 160 Gäste in die Saarbrücker Luminanz. Und was ihn besonders freute: Auch seine Kollegen aus den anderen Bundesländern waren angereist und würdigten den dienstältesten Geschäftsführer aller deutschen Architektenkammern.

Unisono lobten alle Redner Christ als einen sehr engagierten, kompetenten und freundlichen ‚Lotsen‘, der die AKS über Jahrzehnte geführt und geprägt habe.

Angefangen bei Kammerpräsident Professor Heiko Lukas, der ihn „stets als verlässliches Korrektiv erlebt“ hat. „Auf seine Einschätzung konnte ich mit bestem Gewissen bauen“, versicherte Lukas und berichtete von der ersten gemeinsamen Dienstreise nach Berlin, wo Christ ihn bei der Bundesarchitektenkammer (BAK) eingeführt habe.

Für Dr. Tillmann Prinz, Geschäftsführer der BAK, ist Christ ein großes Vorbild: „Ich bewundere, dass du es in in all den Jahren geschafft hast, deine Bescheidenheit so sehr zu erhalten“. Christ sei es gelungen, die Balance zwischen dem Ehrenamt und der Geschäftsführung sehr gut zu halten, indem er das Gemeinsame betont und das Trennende hinten angestellt habe.

Ehrenpräsident Professor Hans Rollmann dankte Christ ganz herzlich. Er kenne ihn bereits seit 1973 und habe über einen Zeitraum von 24 Jahren – zunächst als Vorstandsmitglied und dann als Präsident – sehr eng und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet.

Ein weiterer langjähriger Weggefährte, Walter Schwarz-Paqué, analysierte die Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer – als Vorstandsmitglied, Vizepräsident und Vertreter der AKS im Versorgungswerk – auf äußerst humorvolle und liebevoll ironische Art. „Ich weiß bis heute nicht, ob er uns jemals ernst genommen hat, uns ehrenamtliche Entscheidungsträger. Er hat zwar immer versichert, dass wir in unseren Entscheidungen frei seien, aber frei waren wir nie. Er war ja niemals krank! ... Beunruhigend war auch, dass er stets umfassend informiert, hervorragend vernetzt und immer präsent war. Und wenn er einmal nicht körperlich anwesend war, schwebte sein Geist über allem.“ Und Schwarz-Paqué bekräftigte: „Unser beruflicher Weg geht hier zu Ende, nicht aber unser freundschaftlicher!“ 

Die sehr persönliche Rede sorgte für Erheiterung und Schmunzeln – und gefiel nicht nur dem scheidenden Geschäftsführer.

Auch Rainer Christ griff zum Mikrofon und beglückwünschte Heiko Lukas zu seinem neuen Amt als Baudezernent der LHS Saarbrücken. Für „die vielen netten Worte“ seiner Vorredner bedankte er sich sehr: „Ich wäre froh, wenn ich nur ein klein wenig so wäre, wie es hier gesagt wurde“. Berufskammern halte er für unverzichtbar, um die Interessen des Berufsstandes wirksam nach außen vertreten zu können, unterstrich er. „Ich hatte spannende und lehrreiche Berufsjahre ... Während meiner 39-jährigen Dienstzeit durfte ich zehn Vorständen ‚dienen‘, habe fünf Präsidenten ‚verschlissen‘ und 32 Vorstandsmitglieder ‚genervt‘.“

Nachfolgerin (und Justitiarin) Anne-Christin Backes übernahm das Staffelholz und versicherte: „Ich nehme die Herausforderung gerne an und werde mich mit allen Kräften einsetzen, um die AKS in eine erfolgreiche Zukunft zu führen ... Ich freue mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Wenden Sie sich an die Geschäftsstelle, wenn Sie Fragen oder Probleme haben, wenn Sie uns ‚brauchen‘. Das AKS-Team steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.“

Den Gästen gefiel’s, und die Redebeiträge waren (nur) der Beginn eines langen, geselligen Abends. Ein ungezwungener, fröhlicher Abschluss eines langen, engagierten Berufslebens und der Beginn der ‚Ära nach Christ‘.  Für die gelungene musikalische Untermalung sorgten Jazz-Standards – gespielt von der Band Mokaflor mit Kammermitglied Walter Singer am Saxofon. 


Cornelia Noll