Unter dem Motto „Lieber leiser lernen 2009" veranstalteten das Ministerium für Umwelt und das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur am 13. Mai 2009 um 14.30 Uhr in der Grundschule Nalbach eine Fachveranstaltung, die sich dem Thema „Lärm in Schulen" und den Möglichkeiten, diesen zu reduzieren, widmete. Mitveranstalter waren die Architektenkammer des Saarlandes u. die Ingenieurkammer des Saarlandes, die Unfallkasse Saarland, das Landesinstitut für Pädagogik und Medien und die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e.V. 

Die Veranstaltung setzte eine Tagung fort, die bereits im vergangenen Jahr ein großes Publikum über die Ursachen, Wirkungen sowie die Bekämpfung von Lärm in Schulen informiert hatte. 

Die Raumakustik von Unterrichtsräumen wurde lange Zeit vernachlässigt. Oft findet man Räume vor, die einen unnötig hohen Geräuschpegel erzeugen und in denen der Schall lange nachhallt. Darunter leiden Lehrer und Schüler nicht nur unmittelbar. Die Unterrichtsqualität ist in solchen Räumen deutlich beeinträchtigt. Die Folgen sind dauerhafte Lern- und Konzentrationsprobleme bei Schülerinnen und Schülern. Hinzu kommen negative Einflüsse auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Lehrkräfte. Gute Lernbedingungen sind mit Voraussetzung für eine gute Schulausbildung. Es gibt sowohl für Neubauten als auch für den Bestand Möglichkeiten, dem Problem zu begegnen. Dies kann durch bautechnische Maßnahmen, z. B. die Verwendung entsprechender Materialien, aber auch durch pädagogische Konzepte, die zu einem lärmärmeren Verhalten führen, erreicht werden. 

Es geht aber nicht nur darum, die Lernumgebung in den Schulen akut zu verbessern. Notwendig ist auch, dass die Problematik Lärm als gesellschaftliches Thema in den Schulen im Sinne einer nachhaltigen Umwelterziehung aufgegriffen wird. Im Hinblick auf eine langfristige Verbesserung der zahlreichen Lärmprobleme, die im Alltag auftauchen, wäre dies ein wichtiger Beitrag. 

Dr. Maria Klatte von der Uni Kaiserslautern stellte u. a. ihre Ergebnisse aus der Forschung zu den Auswirkungen von Lärm im Unterricht auf Schüler und Lehrer vor. Rainer Machner vom Verein „Lernen statt lärmen e. V." erläuterte die akustischen Zusammenhänge und beschrieb die bautechnischen Möglichkeiten der Lärmminderung und -vermeidung in Schulen. Am Beispiel einer saarländischen Schule wurden die Erfahrungen mit entsprechenden Maßnahmen in der Praxis vorgestellt. 

Umwelt- und Kultusministerium haben gemeinsam eine Internetseite geschaltet, auf der grundlegende Informationen zu den Zusammenhängen von Lärm in Schulen, den daraus resultierenden Folgen und den technischen Maßnahmen und pädagogischen Konzepten zur Verbesserung der Situation dargestellt sind (www.saarland.de/29141.htm).

Quelle: Ministerium für Umwelt des Saarlandes