Harald Welzer, Foto: vhw

Vortrag der Stiftung Baukultur Saar
am Mittwoch, 7. Oktober 2015, 19.00 Uhr
VHS-Zentrum am Schlossplatz, Saarbrücken

Prof. Dr. Harald Welzer (geboren 1958 in Hannover) ist Soziologe und Sozialpsychologe. Er studierte in Hannover, promovierte 1988 in Soziologie und habilitierte sich in Sozialpsychologie sowie Soziologie. Welzer ist Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“. An der Universität Flensburg leitet er das Norbert-Elias-Center für Transformationsdesign; zudem lehrt er als ständiger Gastprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Sankt Gallen.

Aktuell liegen die Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre in der kulturwissenschaftlichen Klimafolgenforschung sowie dem Transformationsdesign. Welzer hält die gegenwärtige Kultur, die von „Verschwendung und der Produktion von Müll und Emissionen gekennzeichnet“ ist, für nicht zukunftsfähig. Er plädiert dafür, sich am Gemeinwohl zu orientieren statt am individuellen Profit und animiert dazu, die eigenen Handlungsspielräume zu nutzen.

Die im Jahr 2012 gegründete Stiftung FUTURZWEI fördert alternative und nachhaltige Lebensstile und Wirtschaftsformen und unterstützt praktische und  experimentelle Strategien der gesellschaftlichen Transformation. Im „Zukunftsarchiv“ werden „Geschichten des Gelingens“ publik gemacht, Erzählungen über Menschen veröffentlicht, die bereits angefangen haben, anders und zukunftsfähig zu leben - es werden Vorbilder gezeigt. Die „nachhaltige Gesellschaft der Zukunft“ zeichnet sich für Welzer „durch weniger Konsum und weniger Mobilität, durch mehr Eigenarbeit und höhere Lebensqualität“ aus.

In dem 2014 – gemeinsam mit Bernd Sommer verfassten - Buch „Transformationsdesign - Wege in eine zukunftsfähige Moderne“ sprechen sich die beiden Autoren für das Wiederverwenden, Umnutzen und Mitnutzen aus. Die „zukunftsvergessene und innovationsversessene Kultur des unbegrenzten Wachsens und Konsumierens“ sehen sie als ein Endzeitphänomen. Für Welzer und Sommer steht fest: Die Gesellschaft wird sich verändern - insbesondere vor dem Hintergrund „sich dramatisch verändernder Umweltbedingungen“.

Die Frage ist, wird sie sich kulturell und sozial erneuern, oder wird sie zerfallen. Kurzum: Erfolgt eine Transformation „by design or by disaster“.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Willi Latz, stv. Vorsitzender der Stiftung Baukultur Saar
T. 0 68 06- 3 09 70
latz@aksaarland.de

Saarbrücken, 18.09.2015