Stefan Pauluhn, Anne-Christin Backes, Alexander Schwehm, Tobias Hans, Stephan Toscani, Roland Krämer
Kammerpräsident Alexander Schwehm ist für das ihm „vertraute Mittel“ bekannt: den positiven Dialog. Aus diesem Grund hat er gemeinsam mit dem Vorstand das bestehende Format des AKS-Neujahrsempfangs etwas umgestrickt. Kürzere Reden und damit mehr Zeit im Anschluss für Gespräche – das ist das neue Konzept. 
 
Demzufolge fand nach den Grußworten des Kammerpräsidenten und des Ministers für Finanzen und Europa, Stephan Toscani, ein „politisches Get-together“ statt. Die Kammermitglieder nutzten die Gelegenheit, im feierlichen Ambiente der „Luminanz“ am Eurobahnhof in Saarbrücken zu Piano-Musik und „Fingerfood“, sich auf Augenhöhe mit den hiesigen Politikern über Wünsche und Ziele von Architekten zu unterhalten. Die Luminanz war mit rund 150 Gästen aus der Architektenschaft, Politik und Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Hochschule gut gefüllt.
 
In seiner Neujahrsrede sprach Alexander Schwehm über „ein Jahr der Veränderungen“. Auf Kammerebene bedeutete dies einen neu gewählten Vorstand und eine neue Geschäftsführung. Die AKS suchte bei ihren zahlreichen Antrittsbesuchen den Dialog zu politischen Vertretern auf Landes-, Bundes und europäischer Ebene. Etliche berufspolitische Anliegen wurden thematisiert.  Eine wichtige Forderung ist die Einrichtung eines Bauministeriums. Schwehm führte aus: „Die Bündelung in einem Ministerium fördert den Dialog zwischen Behörden, Planern und Bauherren. Genehmigungen werden schneller erteilt und Projekte zügiger umgesetzt, was sich wirtschaftsfördernd auswirkt.“
 
Auch Stephan Toscani ging auf die Forderung der AKS ein. Dabei wurde er sehr konkret: „In einem Infrastrukturministerium sollen Bauen, Planung und Infrastruktur gebündelt werden, dabei soll kein zusätzliches Ministerium gebildet werden, sondern es soll eine weitere starke Säule eines klassischen Ressorts werden. Ein Ziel dabei ist, die Bauherrenkompetenz des Saarlandes als öffentlichem Auftraggeber wieder deutlich zu stärken.“
 
Weitere Themen, die 2016 bestritten wurden, waren u. a. der Brandschutz, das Einreichen von Bauanträgen in elektronischer Form sowie der Kampf um die Rettung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die Auslobung von Wettbewerben und damit die Förderung der Baukultur nahm einen Schwerpunkt in Schwehms Rede ein. Er berichtete, dass einige Städte und Gemeinden eine Erstberatung der AKS zur Auslobung von Wettbewerben in Anspruch nahmen. Dabei dankte er besonders dem anwesenden Minister Toscani, der „die Kammer an sehr früher Stelle in das Wettbewerbsverfahren des Neubaus des präklinischen Forschungs- und Laborgebäudes PZMS auf dem Campus der Universitätsklinik in Homburg integriert hat.“ Der Wettbewerb befindet sich zurzeit in der Vorbereitungsphase. 
 
Bei dem zuvor genannten Wettbewerb und bei allen anderen öffentlichen Vergaben plädiert die AKS dafür, die mittelständischen Strukturen des Landes zu beachten und die Zugangskriterien auch für kleinere Büros erfüllbar zu gestalten. Dazu erläuterte Toscani: „Das bauliche Leistungsspektrum des Landes ist ver-glichen z. B. mit der kommunalen Ebene weniger breit, weist aber in vielen Fällen mit den höchsten Komplexitätsgrad auf, den es im Hochbau gibt.“ Vor diesem Hintergrund wies der Minister auf die Möglichkeit der Kräftebündelung durch die Bildung von Bewerber- und Bietergemeinschaften hin, die in vielen Verfahren deutlich bessere Chancen haben als ‚Einzelkämpfer‘. „Nutzen Sie diese Chance“, forderte er die Kammermitglieder auf.
 
In einer Sache waren sich Minister und Kammerpräsident uneingeschränkt einig: Beide wollen das Saarland und mit ihm seine Bewohner voranbringen. „Wenn wir aber heute nicht anfangen, haben wir wieder einen Tag verschenkt“, ermutigte Schwehm die Anwesenden, Vorhaben anzupacken. In diesem Sinne  wünscht die AKS Ihnen allen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2017.
 
Die komplette Neujahrsrede des Präsidenten finden Sie im Anhang.
 
Kim Ahrend
 
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