1. Preis: Architekturbüro Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner GmbH, Köln
1. Preis: Architekturbüro Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner GmbH, Köln

Einstufiger und begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmeverfahren

Wettbewerbsaufgabe war der Entwurf für den Neubau des Präklinischen Zentrums für Molekulare Signalverarbeitung (PZMS) am Campus Homburg der Universität des Saarlandes. Das PZMS ist neben dem bereits gebauten Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine (CIPMM) einer der beiden Grundpfeiler des zukünftigen Forschungscampus Homburg. In ihm werden künftig 10 verschiedene Arbeitsgruppen mit Forschungsschwerpunkten aus der vorklinischen Medizin multidisziplinär zusammenarbeiten. Die Gesamtbaukosten betragen inklusive der Erstausstattung voraussichtlich rund 44 Mio. €. Davon tragen Land und Bund jeweils die Hälfte der Kosten.

Der Realisierungswettbewerb wurde als einstufiger und begrenzt offener Wettbewerb nach GRW Saar im anonymisierten Verfahren ausgelobt. Zum Wettbewerb zugelassen waren 30 Architekten; davon wurden 10 Teilnehmer vom Auslober gesetzt. Insgesamt wurden 20 Arbeiten eingereicht.

Bauminister Klaus Bouillon: „Die hohe Qualität und der Ideenreichtum aller eingereichten Entwürfe und insbesondere der prämierten Arbeiten hat mich sehr überzeugt. Mit der zügigen Errichtung des neuen Forschungsgebäudes gehen wir einen großen Schritt für die Modernisierung des Campus Homburg. Den Ausbau des Forschungsstandorts Saarland treiben wir mit dieser Maßnahme voran.“

Dem Städtebau des Forschungs- und Laborgebäudes kommt für die Gesamtentwicklung des Universitätscampus durch die exponierte Lage des Baufelds eine besondere Bedeutung zu. Die funktionalen Anforderungen an das PZMS-Gebäude sind sehr hoch: Von Nutzerseite wurden äußerst komplexe funktionale Zusammenhänge definiert, die es umzusetzen galt.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Christian Pelzeter zeichnete die nachfolgend aufgeführten Arbeiten aus:
1. Preis:
Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner GmbH, Köln
2. Preis:
Planungsgruppe Focht + Partner GmbH, Saarbrücken
3. Preis:
Itten+Brechbühl GmbH, Berlin

Es wurden 3 Anerkennungen vergeben.

Für den 1. Preisträger hob das Preisgericht u. a. folgende Entwurfsqualitäten hervor:
„Die Arbeit überzeugt durch ihre städtebauliche und zugleich typologische Stringenz. Sie besticht trotz ihres skulpturalen Gebäudevolumens durch eine klare und hochflexible Grundrissstruktur im Inneren. (...) Die Theorieflächen liegen sinnvoll angeordnet an der Fassade, die Laborflächen erhalten in der dunklen Gebäudeinnenzone natürliches Licht aus dem zentralen Innenhof. (...) Der Entwurf bildet das von den Nutzern konzipierte Raumprogramm vollständig ab. Die Organisationseinheiten und Units sind mit Blick auf die Arbeitsabläufe im Gebäude sinnvoll organisiert. (...) Insgesamt ein überzeugender Entwurfsansatz aus städtebaulicher und struktureller Sicht.“ 

Kim Ahrend