Hager Forum in Obernai von sauerbruch hutton - Besichtigung am 19.10.2016

Foto: Cornelia Noll

Auf Einladung der Hager Group hatten Vertreter der Stiftung Baukultur Saar und der Architektenkammer des Saarlandes die Gelegenheit, das neue „Hager Forum“ im elsässischen Obernai zu besichtigen. Der im Juli 2015 eröffnete Neubau versinnbildlicht die Vergangenheit (UG), Gegenwart (EG) und Zukunft (OG) in einem Gebäude und steht für die von Hager gelebte Baukultur. Denn: 2012 wurde ein Wettbewerb ausgelobt, um den passenden Planungspartner zu finden. Aus diesem gingen sechs Entwürfe international tätiger Architekturbüros hervor.

1,5 Mio. neue Wohnungen durch Dachaufstockung - Vortrag von Karsten Tichelmann am 29.09.2016

Karsten Tichelmann, Foto: Tom Gundelwein

Wir haben in Deutschland ein Wohnraumverteilungsproblem: auf der einen Seite einen großen Bedarf an kostengünstigem Wohnungsbau, auf der anderen Seite einen erheblichen Leerstand. Karsten Tichelmann (Tichelmann & Barillas Ingenieure, Darmstadt) bringt einen neuen Aspekt hinzu. Für ihn kann die Lösung des Problems die Aufstockung von Dächern sein.

„an-aus – Industrie baut Kultur“ - Till Schneiders Plädoyer für Industriebaukultur

Heiko Lukas und Till Schneider, Foto: Iris Maurer

Auch Industriebauten sollten gut gestaltet und nachhaltig sein, verdienen Baukultur, sind sie doch oft von weither in der Landschaft sichtbar. Dies ist das Plädoyer von Till Schneider (schneider+schumacher Planungsgesellschaft GmbH, Frankfurt am Main). Er findet, dass Industriebauten oftmals nicht allzu große Bedeutung beigemessen wird und diese als „Kisten mit Trapezblechverkleidung neben Autobahnen“ stehen. Dass es auch anders geht, zeigte der Architekt und Stadtplaner in seinem beeindruckenden Werkvortrag für die Stiftung Baukultur Saar.

Eine Stadt sucht Wohnraum — Werkbericht von Andreas Garkisch

Foto: Iris Maurer

Andreas Garkisch, „versierter Wohnungsbauer“ aus München, war Referent der zweiten Veranstaltung der Stiftung Baukultur Saar. Anhand seines umfassenden Werks (Studien, Städtebau, realisierte Wohngebäude) stellte er dar, welche Möglichkeiten Städte haben, qualitätvollen, aber bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, fernab von der üblichen „Stangenware und Punkthäusern, die alle gleich aussehen“. Auch wenn die Bedingungen in München und Umgebung nicht auf das Saarland übertragbar sind, gaben die vorgestellten Projekte dennoch Impulse für den hiesigen Wohnungsbau.

Räume im Wandel. Wie wir Räume heute neu erfahren. Vortrag von Martina Löw am 02.06.2016

Martina Löw, Foto: Iris Maurer

Der Vortrag von Martina Löw bildete den Auftakt der diesjährigen Reihe „Bauen für alle“ der Stiftung Baukultur Saar. Professor Wolfgang Lorch, Vorsitzender der Stiftung, stellte die Soziologin als „Multitalent“ vor. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Planungs- und Architektursoziologie. Sie ist Vermittlerin zwischen Architekten und Soziologen und in ihrer Funktion als Jurymitglied oder Beraterin oft an Stadtentwicklungskonzepten beteiligt.

Keine Krise, sondern Chance: Die Zukunft der regionalen Baukultur im Zeichen der Zuwanderung

Willi Latz

Der demografische Wandel greift im Saarland um sich: Wir werden weniger. Dies mag in den größeren Städten des Landes kaum auffallen, im ländlichen Raum und kleineren Städten hingegen greift er unübersehbar um sich. Kaum ein Ortskern ohne Leerstand, darunter viele Gebäude, ob Bauern- oder Bergmannshaus, die der Region einst ihre Identität gaben. Viele davon sind denkmalgeschützt, und es ist längst gängige Praxis, sie verfallen zu lassen, bis der Abriss des zur Ruine verkommenen Baudenkmals alternativlos scheint.

Rückschau: Vortrag von Professor Harald Welzer am 07.10.2015

Harald Welzer, Foto: Tom Gundelwein

 „Transformationsdesign“ oder  „Weiterbauen am zivilisatorischen Modell“. Beides verknüpft sich mit Professor Dr. Harald Welzer, der auf Einladung der Stiftung Baukultur Saar zum Vortrag gekommen war. „Transformationsdesign“ ist das Fach, das der Soziologe und Sozialpsychologe an den Universitäten Flensburg und St. Gallen lehrt. Klingt theoretisch, ist es aber nicht, da der medienerfahrene Harald Welzer seine vermeintlich sperrige Botschaft eloquent und gut verständlich zu vermitteln versteht.

Rückschau: Ortsgespräch mit Peter Michael Lupp im Jagdschloss Karlsbrunn am 23.09.2015

Peter Michael Lupp, Foto: Lu/AKS

Schandfleck oder Kunstwerk? Es kommt auf die Wahrnehmung und das Wissen an, ob ein altes Bauernhaus Ausdruck regionaler Identität oder ein Hindernis der Gegenwart ist. Für Peter Michael Lupp, beim Regionalverband Saarbrücken zuständig für Regionalentwicklung, ist das keine Frage: Ein Gebäude, zumal eines aus den vergangenen Jahrhunderten, ist ein gebautes Zeugnis regionaler Identität, was die handwerklichen Details betrifft und dabei bisweilen ein Kunstwerk, aber in jedem Fall ein Bauwerk, das die Geschichte und Tradition der Region spiegelt und daher erhalten bleiben muss.

Rückschau: Seminar „Heimat im Wandel: Schrumpfen gestalten, Orte lebenswert halten“ am 19.09.2015

Annette Spellerberg, Foto: Lu/AKS

Wie bereits im Vorjahr lud die Stiftung Baukultur Saar zum Halbtagesseminar in die Hochschule für Technik und Wirtschaft am Waldhausweg. Mehr als 40 Teilnehmer diskutierten im Anschluss an vier Fachvorträge die Frage, wie vom demografischen Wandel erfasste Gemeinden und Städte weiterhin sozial intakt bleiben und welche Chance die aktuelle Zuwanderung von Menschen gerade für eine schrumpfende Gesellschaft bietet: Migration bietet dabei eine Perspektive für die allmählich verödenden Ortskerne und Innenstädte. 

Rückschau: Auf Tradition bauen - Professor Lampugnani am 01.09.2015 bei der Stiftung Baukultur Saar zu Gast

Weiterbauen“, dem Motto, unter das die Stiftung Baukultur Saar in diesem Jahr ihre Vorträge gestellt hat, eignet eine gewisse Mehrdeutigkeit wie auch eine Selbstverständlichkeit: Dass weiterhin gebaut werden muss, liegt für Architekten auf der Hand. Doch bleibt die Frage, wie, vor allem aber, wo es geschieht.

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